Aktuelles: Früherkennung Sars-Cov-2 im Abwasser

 

Seit Jahrzehnten spielt die Untersuchung auf Krankheitserreger in Abwässern und Abwasseranlagen eine große Rolle. Dass sich derartige Untersuchungen auch für die Beurteilung von Infektionsgeschehen eignen ist unumstritten. Zwischenzeitlich ist nachgewiesen, dass regelmäßige und systematische Untersuchungen helfen, Infektionszahlen und Mutanten sehr viel schneller zu erkennen als durch klinische Teststrategien.

 

Dies jedenfalls haben Länder wie die Niederlande nicht nur frühzeitig erkannt, sondern auch umgesetzt. Bereits im Februar 2020 wurden erste Untersuchungen in den Niederlanden durchgeführt, zwischenzeitlich werden aus ca. 320 Kläranlagen und von über 20 Abwasserverbänden die Daten erfasst. Herausgekommen ist dabei ein sogenanntes Corona-Dashboard, wöchentlich aktualisiert und öffentlich einsehbar, siehe auch https://npgeo-corona-npgeo-de.hub.arcgis.com/app/b81d3238af3b4fcf9baa6edca1a690a9. Aber nicht nur die öffentliche Transparenz ist beneidenswert. Seit September 2020 werdem die gewonnenen Daten in Virenpartikel pro 100.000 Einwohner veröffentlicht.

 

Ebenfalls an vorderster Front in der Nutzung des Abwassermonitorings zur Früherkennung des tatsächlichen Ist-Zustandes des Sars-Cov-2 Infektionsgeschehens und der damit zusammenhängenden Vorhersage bestimmter Folgen, sind Großbritannien und Städte, wie Zürich, Lausanne und Stockholm, wie die Veranstaltung Monitoring von SARS-CoV-2 im Kanalnetz der Hessen Trade & Invest GmbH, Technologieland Hessen, gezeigt hat. Bei dieser GmbH handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der hessischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft HA Hessen Agentur GmbH. Der Ergebnisbericht kann über folgenden Link heruntergeladen werden, https://www.technologieland-hessen.de/news/coronaviren-im-abwasser.

 

Auch in Deutschland ist man nicht untätig. So gibt es ein umfangreiches Projekt der TU Darmstadt, in dem sogar Abwasserproben des Frankfurter Flughafens analysiert wurdne, um mehr über die Herkunft und Verbreitungswege von SARS-Cov-2 zu erfahren. Nicht nachvollziehbar ist dabei jedoch, dass die Pionierarbeit der Gruppe um die Professorin Susanne Lackner (Leiterin Fachgebiet Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt) nicht längst breiten Eingang in das deutsche Pandemiebekämpfungssystem gefunden hat. Dazu wird im Übrigen der Punkt 5.2 des Ergebnisberichtes so überschrieben: "Aufholbedarf in Deutschland".

 

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