Zecken

 

Tiere, die als Wirt eine Krankheiten übertragen, nennt man Vektoren. Zecken sind klassische Vektoren und bei den von diesen übertragenen Krankheiten spricht man von vektorübertragenen Krankheiten. Mit Zecken ist der gemeine Holzbock oder Ixodes ricinus gemeint.

 

Zwischen Mai und September ist die Hauptzeckenzeit. Allerdings muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass der gemeine Holzbock das ganze Jahr über aktiv ist. Temperaturen von 6° bis 8°C im Winter sind für die Aktivität schon völlig ausreichend. Derartige Temperaturen sind in den Wintermonaten mittlerweile keine Seltenheit mehr und werden im Rahmen des Klimawandels weiterhin zunehmen.

 

Hinlänglich bekannt ist, dass Zecken die gefürchtete Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose übertragen können. Vielen nicht bekannt ist die Tatsache, dass Zecken eine weitere Bakterienerkrankung, nämlich die Neoehrlichiose, auslösen können. Hinzu kommt, dass Zecken Parasisten übertragen können.

 

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis hinterlässt den Eindruck, dass sie nur im Frühsommer auftreten kann. Dies ist allerdings falsch, selbstverständlich kann es auch im Winter zu entsprechenden Erkrankungen, wenn auch im vergleichbar viel niedrigem Ausmaß kommen. Die FSME ist eine sehr schwere Erkrankung, die immer wieder zum Tode führt. Im Gegensatz zu einer Borreliose werden die FSME-Viren gleich von Anbeginn des Zeckenstiches übertragen.

 

Für die FSME gibt es glücklicherweise einen Impfschutz Die ständige Impf-kommission (STIKO) des Robert-Koch-Insituts (RKI) empfiehlt daher zur Vorbeugung eine Schutzimpfung für die Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und gegenüber Zecken exponiert sind. Auch Urlauber, die sich in diesen Gebieten (überwiegen Bayern, Baden-Württemberg und Österreich) aufhalten, können ein entsprechendes Infektionsrisiko haben. Eine Gebietskarte über die FSME-Risikogebiete stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung (www.rki.de) oder ist weiter unten als Download abrufbar.

 

Borreliose (Lyme-Borreliose)

Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, welche durch Bakterien, nämlich den Borrelien, übertragen werden. Damit im Zusammenhang steht oft die sogenannte Wanderröte, d.h. es bildet sich nach einem Zeckenbiss/-stich eine rote Markierung oder eine Rötung. Diese verschwindet und kommt nach einigen Tagen wieder. Dringend ist zu beachten, dass eine Wanderröte nicht immer vorzufinden ist. Bei Hinweisen auf eine Wanderröte unbedingt den Arzt aufsuchen.

Borreliosen lassen sich unter Umständen durch kurzfristiges Entfernen der Zecke vermeiden, mit zunehmender Saugdauer nimmt das Risiko einer Borreliose zu.

 

Neoehrlichiose

Erst seit einigen Jahren ist bekannt, dass Zecken das Bakterium „Candidatus Neoehrlichia Mikurensis" übertragen. Untersuchungen haben ergeben, dass immerhin 5 bis 10% der Zecken dieses Bakterium in sich tragen.

Die durch das Bakterium ausgelösten Krankheitssymptome sind hohes Fieber und eine rasche Gewichstabnahme. Die Krankheit lässt sich durch Antibiotika gut behandeln, sofern sie überhaupt erkannt wird, denn von einer hohen Dunkelziffer ist bei dieser Krankheit auszugehen.

 

Babesiose

Die Krankheit wird durch kleine Parasiten, den Babesiosen übertragen. Dabei werden die roten Blutkörperchen angegriffen, was zu hohem Fieber und Blutarmut führen kann. Die Zerstörung der Blutkörperchen kann mitunter zu einer Gelbsucht führen, in besonders schweren Fällen zu Multiorganversagen. Besonders schwere Fälle sind bei immunsupprimierten Personen zu erwarten. Bei immunkompetenten Personen heilt die Babesiose von selbst aus. Diese Krankheit lässt sich im Regelfall mit Antibiotikas und Malariamitteln gut behandeln.

 

Um die Gefährdungen weitesgehend niedrig zu halten, empfehlen wir folgende Maßnahmen:

 

Lassen Sie sich gegen FSME impfen, sofern Sie zu der Personengruppe, die in Risikogebieten wohnen und arbeiten und/oder gegenüber Zecken exponiert sind. Dies gilt auch für Urlauber in diesen Gebieten (überwiegend Bayern, Baden-Württemberg und Österreich).

 

Wenn Sie regelmäßig in der Natur unterwegs sind legen Sie sich eine Zeckenzange bzw. –pinzette zu. Einfachste, völlig ausreichende Modelle gibt es bereits ab 1,00 €.  Eine Zeckenzange gehört in jede Reiseapotheke, sofern Sie ihre Reise in die Zecken-Risikogebiete führt.

 

Tragen Sie lange Hosen, langärmelige Hemden/Blusen und festes Schuhwerk, wenn sie im Wald oder auf Wiesen unterwegs sind. Die Socken nach Möglichkeit über die Hosenbeine ziehen.

 

Nach dem Ausflug den Körper, insbesondere bei Kindern, gut absuchen. Besonders bevorzugte Stellen sind die Kniekehlen, der Schritt-, aber auch der gesamte Kopf- und Nackenbereich.

 

Sollten Sie von einer Zecke gestochen worden sein, diese so schnell wie möglich, aber sachkundig (mit Zeckenzange), entfernen.

 

Nach einem Zeckenstich, insbesondere bei Kindern, den Arzt aufsuchen. Notieren Sie sich den Zeckenstich an einem Ort, an dem Sie immer wieder daran erinnert werden. Viele leichte und schwere Krankheitsverläufe können sehr viel besser diagnostiziert und somit schneller behandelt werden, wenn ein Zeckenstich als Ursache einbezogen wird. Die Vergangenheit zeigt immer wieder, dass die betroffenen Personen sich erst viel später und mitunter eben zu spät an einen Zeckenstich erinnern.

 

Bei Verdacht auf eine Wanderröte umgehend den Arzt aufsuchen.

 

 

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